Tipp-Nr. 1: Rohstoffmärkte 2016

Die aktuelle Frage:                

"Erholen sich die Rohstoffpreise wieder in 2016? "

Antwort: Es sieht zurzeit nicht danach aus. Aktuell herrscht Panik an den Rohstoff- und Metallmärkten. Die Börsenkurse sind im freien Fall. Kupfer befindet sich auf einem 6-Jahres-Tief und nur noch rund 1.500 USD entfernt vom Tief im Dezember 2008 mit 2.790 USD. Bei Rohöl sieht es auch nicht besser aus. Beide Ölsorten, Brent und WTI, haben ihre Rezessionstiefs aus dem Jahr 2009 massiv nach unten durchbrochen. Die US-Ölsorte WTI hatte sogar kurzfristig die 30 $-Marke unterschritten. Das Ende des Preisverfalls ist noch nicht abzusehen. Selbst der Syrienkrieg und die Spannungen zwischen dem Iran und Saudi Arabien schafften es nicht den Ölpreis nachhaltig zu erhöhen.

Konsequenzen für Ihre Einkaufspraxis

Aufgrund der massiv gefallenen Öl- und Industriemetallpreise gibt es aktuell für Lieferanten kein Argument, Preiserhöhungen wegen der gestiegenen Vormaterialpreise zu fordern. Fallende Rohstoffpreise führen immer auf breiter Front zu Preissenkungen. Die Erzeugerpreise sanken im November 2015 um 2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Großhandelspreise gingen im selben Zeitraum um 1,1 % zurück, die Importpreise sogar um 3,5 %. Das bedeutet für den Einkauf, dass bei vielen Produkten Preisreduzierungen auf der Lieferantenseite möglich sind. Zur Rolle des starken US-Dollar (schwacher Euro) lesen Sie unten im Text mehr. 

Auf dem Weg zum Tief im Jahr 1999

Der Bloomberg Commodity Index verrät viel über den Zustand der Weltwirtschaft. Die Rohstoffnachfrage ist eingebrochen. Nur wenn massiv weniger Rohstoffe bestellt werden, kann ein Abwärtstrend entstehen, der im April 2011 seinen Anfang nahm. Manipulationen der Rohstoffmärkte sind ausgeschlossen, da aufgrund des riesigen Handelsvolumens, selbst großer Börsenakteure, diese Märkte allenfalls kurzfristig in ihrer Richtung beeinflussen können. Das Tief aus dem Jahr 1999! mit 74 Punkten steht unmittelbar bevor. Heute, am 13.01.2016 um 15:56 Uhr, steht der Index bei exakt 74,02 Punkten.

Preisverfall kompensiert Euro-Schwäche

Der Eurokurs ist von November 2014 bis November 2015 um 17,5 % gefallen. Ein schwacher Euro bedeutet, dass die auf US-Dollar-Basis gehandelten Rohstoffe im Einkauf teurer werden. Viele Lieferanten benutzen dieses Argument gerne für Preiserhöhungsforderungen. Der Bloomberg Commodity Index ist im selben Zeitraum um gut 31 % abgestürzt. Das bedeutet, dass der Crash der Rohstoffpreise den Verfall des Euro zum US-Dollar überkompensiert. Damit besitzen die meisten Verkäufer von Rohstoffen keine Grundlage für Preiserhöhungen. Wichtig: Jeder zeitgemäße Rohstoff-Lieferant sichert das Wechselkursrisiko mittels Währungssicherungsgeschäften ab. Das ist ein weiteres Argument.