Tipp-Nr. 2: Der Lieferantenfokus im Einkauf
Die aktuelle Frage:
"Wo setzen wir an, wenn gegenüber der Geschäftsführung schnelle Einkaufserfolge präsentiert werden müssen?"
Antwort:
Nehmen Sie Ihre Lieferanten ins Visier. Dieser Lieferantenfokus ist immer der sicherste und schnellste Weg, die Einkaufsperformance spürbar und vor allen Dingen nachhaltig zu steigern.
Der Grund: Die Qualität und Leistungsfähigkeit Ihrer Lieferanten und Zulieferer beeinflusst direkt das Einkaufsergebnis. Würden Sie beispielsweise zuerst bei den Beschaffungsprozesskosten beginnen, wären der Aufwand und die Probleme nicht nur größer, es würde auch deutlich länger dauern, bis die ersten Erfolge sichtbar würden.
Ähnlich ist es mit dem Value Management. Es ist ein lohnendes Werkzeug. Hier geht aber ohne intensive Zusammenarbeit mit der Entwicklung und Konstruktion gar nichts.
Beim Lieferantenfokus fangen wir da an, wo ohne Umwege und Einbindung anderer Abteilungen losgelegt werden kann – den Lieferanten. Wir starten gezielte Einkaufsinitiativen.
Oft geben uns die Lieferanten dafür sogar eine Steilvorlage. Die Forderung nach einer Preiserhöhung wäre so eine Steilvorlage. Fast immer begründet vom Lieferanten mit den gestiegenen Kosten (Material und/oder Personal) auf seiner Seite und/oder beim Vorlieferanten.
Nehmen wir ein Praxisbeispiel. Ein Lieferant von Elektromotoren (A-Lieferant) fordert zum nächsten Monatsersten +3,4 % mehr Geld. Der Lieferant begründet das in seinem Ankündigungsschreiben mit gestiegenen Vormaterialkosten in den vergangenen 12 Monaten. Was tun Sie?
Laden Sie den Verkäufer ein und Feilschen Sie über die Abwehr/Höhe der Preissteigerung? Oder dringen Sie in die Kostenwelt des Lieferanten ein und prüfen die Behauptung der gestiegenen Kosten nach?
Die Kosten der Lieferanten sind der Erfolgsschlüssel
Hängen Sie diesen Spruch groß in Ihrem Büro auf (das ist ernst gemeint). Es ist das wichtigste Erfolgsgesetz für Einkaufsabteilungen. Die Performance vieler Einkaufsabteilungen ist deswegen so dürftig, weil keine brauchbaren Zahlen und Fakten über die Kostenentwicklung bei den Lieferanten existieren.
Zurück zum obigen Beispiel. Sind die geforderten +3,4 % nun gerechtfertigt? Die Lieferantenkosten-Strukturanalyse mit der SaaS-Software PriceProtector liefert einen Wert für die Hersteller von Elektromotoren von -1,1 % und zeigt, dass die Forderung überzogen ist. Der PriceProtector bewertet dazu die Entwicklung der Kostenblöcke Vormaterial, Energie und Personalkosten auf der Lieferantenseite (hier Elektromotoren). Der Zeitaufwand für die Analyse beträgt keine 3 Minuten.
Ich hoffe, es ist deutlich geworden, was der Lieferantenfokus leistet. Nehmen Sie Ihre Lieferanten ins Visier. Es lohnt sich.
Herzlichst Ihr
Jens Holtmann
